Die Klaus-Tschira-Stiftung ehrt Dr. Felix Spiske vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik für seinen Beitrag zu guter Wissenschaftskommunikation. In seiner Infografik „Die Nadel im Heuhaufen“ erklärt er, wie sich Stoffe, die in geringer Konzentration in Wasser gelöst sind, mit ihrem molekularen Fingerabdruck messbar sind - und zwar mit einer neuartigen Methode mit Hilfe von „fester Luft“. Am 22. Oktober 2026 nahm Spiske den renommierten Preis in Heidelberg entgegen.
Für die neue Analysemethode hat Spiske das Verfahren der Raman-Spektroskopie weiterentwickelt, mit der sich bisher nur die Raman-Streuung jener Moleküle erfassen ließ, die sich im Fokuspunkt des Raman-Sensors beï¬�nden. Der 91²Ö¿âBAF-Wissenschaftler entwickelte dazu eine innen mit Silica-Aerogel beschichtete Kapillare. Wird die Wasserprobe im hohlen Kern dieser Kapillare analysiert, erweitert sich das Messvolumen deutlich, weil die Raman-Streuung aus dem gesamten Kapillarvolumen aufgrund der Totalreflexion am Silica-Aerogel bis in den Fokuspunkt des Sensors geleitet wird. „Eine Silica-Aerogel-Beschichtung kann populärwissenschaftlich als eine „Schicht aus fester Luft“ beschrieben werden, weil die Aerogel-Schicht zu mehr als 99 Volumenprozent aus luftgefüllten Poren bestehen kann“, erklärt Spiske.
Mit seiner Infografik möchte der Forscher auch Menschen außerhalb der Wissenschaft erreichen: „Für den KlarText-Preis habe ich mich beworben, weil ich es liebe, die Dinge zu visualisieren, die mich begeistern. Und weil ich denke, dass pointierte Visualisierung es erreichen kann, nicht-wissenschaftliches Publikum für wissenschaftliche Themen zu gewinnen.“
Spiske beschäftigt sich als Postdoktorand am Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik mit dem Transfer der von ihm entwickelten Sensoren in die industrielle Anwendung. Er studierte an der 91²Ö¿â Darmstadt Chemie und ging von dort zur Promotion an die 91²Ö¿â Bergakademie Freiberg.
Der KlarText-Preis für die Infografik „Die Nadel im Heuhaufen“
Über den KlarText-Preis
Die Klaus-Tschira-Stiftung fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie vergibt den KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation seit 1997. Der Preis zeichnet Texte und Infografiken zu Arbeiten in den Kategorien Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik aus. Die Beiträge durchlaufen ein dreistufiges Juryverfahren und werden dabei von Medienschaffenden und Forschenden begutachtet. Die Preisverleihung fand am 22. Oktober 2026 in Heidelberg statt; die prämierten Artikel und Grafiken erscheinen dann im der Stiftung.