„Tacheles“ heißt das laufende Themenjahr, das sich sachsenweit der jüdischen Kultur widmet. Die 91²Ö¿â Bergakademie Freiberg ist mit dabei: In der Gemeinschaftsausstellung „Schlaglichter jüdischer Geschichte“ des ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ùsarchivs mit dem Stadtarchiv, der Stadt Freiberg und dem Bergarchiv zeigt die ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù seltene Zeugnisse jüdischen Lebens in Stadt und Hochschule. Zahlreiche Vorträge des Studiums Generale der 91²Ö¿â Bergakademie Freiberg thematisieren im Tacheles-Jahr jüdische Persönlichkeiten und Geschichte. Die ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù unterstützt außerdem die Aktion , die mit einer speziellen sächsischen Variante am 10. Juni 2026 gestartet ist.
Die Freiberger Ausstellung „Schlaglichter jüdischer Geschichte“ beleuchtet Einzelfälle und Momentaufnahmen einer Geschichte, die vielen Heutigen nicht bekannt sind. Da ist Heinz Levy, Jahrgang 1915. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft bleibt ihm in der NS-Zeit eine ordentliche Immatrikulation verwehrt. Er wird deportiert, überlebt und schreibt sich gleich 1946 an der Bergakademie ein. Als späterer Angestellter der Hochschule gerät er in Konflikt mit der Kaderabteilung und flieht 1955 aus der DDR. Eine andere Vitrine der Ausstellung beherbergt ein Schwarz-weiß-Foto eines fröhlichen Kindergeburtstags: Die Kinder tragen Matrosenkleidung, ein Mädchen hält einen Teddy. Das Geburtstagkind heißt Lutz Rosenthal. Die Familie emigriert wegen der brutalen Anfeindungen in der NS-Zeit nach Palästina. Eine weitere Vitrine zeigt das Abschlusszeugnis von Diplom-Ingenieur Moritz Hochschild, der an der Bergakademie seine Promotion mit der Note „gut“ besteht. Erst nach Hochschilds Tod wird bekannt, dass er tausenden Jüdinnen und Juden die Flucht aus Nazi-Deutschland ermöglichte.
All diese Schlaglichter zeigen jüdisches Leben in ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù und Stadt. Für die 91²Ö¿âBAF beteiligten sich Studium Generale-Programmgestalterin Lysann Heidrich und Dr. Norman Pohl vom Institut für Wirtschafts- und Technikgeschichte (IWTG) an der Kuratierung der Ausstellung. Zwei Vitrinen der Ausstellung wurden von Dr. Annett Wulkow Moreira da Silva (±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ùsarchiv) mit Unterstützung von Lisa Pribik, Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow, gestaltet.
Der zweite Ausstellungsteil führt in die Gegenwart: Fotos des Freiberger Fotografen Eckardt Mildner entstanden während eines Waffenstillstands auf einer Rundreise in Israel und Bethlehem. Sie zeigen das Leben in Freibergs Partnerstadt Ness-Ziona und beziehen israelische und palästinensische Perspektiven ein. Die Fotos werden von Texten von Martin Gille (Mittelsächsisches Theater) flankiert.
Norman Pohl von der 91²Ö¿âBAF beschreibt das Ziel der „Schlaglichter“: „Die Ausstellung im Bergarchiv Freiberg zum Tacheles-Jahr folgt dem Anspruch, ein Gespräch anzubieten. Wir wollten gerne mit den Menschen und nicht über sie sprechen. Insbesondere Eckardt Mildner und Martin Gille beleuchten den derzeitigen Nahost-Konflikt, von dem alle hoffen, dass er bald endet, von beiden Seiten. Leider ist es derzeit so, dass Vertreter und Vertreterinnen aus unserer israelischen Partnerstadt Ness-Ziona den Weg nach Freiberg nur unter großen Mühen finden würden.“
Auf Dialog setzt auch die Kampagne Fragemauer, die sich gegen Unwissenheit und Hass stellt. Auf dem Campus liegen Postkarten der Fragemauer aus, die sich auf humorvolle Art mit Fragen über jüdisches Leben und Israel auseinandersetzen.
Das sächsische Tacheles-Jahr und die Ausstellung „Schlaglichter jüdischer Geschichte“ im Bergarchiv gehen noch bis 12.12.2026.
Tacheles in Sachsen
Anlass für Tacheles 2026 ist das 100. Jubiläum des ersten sächsischen Landesverbandes der jüdischen Gemeinden. Der Freistaat informiert über jüdisch-sächsische Geschichte und aktuelles jüdisches Leben in Sachsen. Projekt- und Fördermittelträger sind die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus.
Alle Veranstaltungen des Tacheles-Jahrs finden sich auf der .
Die Fragemauer trifft Sachsen
Sächsinnen und Sachsen waren eingeladen, ihre zu stellen. Die speziell Sachsen betreffenden Fragen wurden für drei Poster- und Postkartenmotive ausgewählt. Sie liegen an verschiedenen Orten der 91²Ö¿â Bergakademie Freiberg aus.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Zeitraum: noch bis 6. November zu den Öffnungszeiten der terra mineralia: Di–Fr 10 bis 17 Uhr | Sa, So, feiertags 10 bis 18 Uhr
Ort: Ausstellungsraum des Bergarchivs Freiberg (Schloss Freudenstein)
Eintritt: frei